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2012 Dezember – Kostentreiber

Fluktuationskosten – der überunterschätzte Kostentreiber

Was an der These heischt Aufmerksamkeit?

Zurückweisung? Zustimmung aus Erfahrung? Oder ein bislang wenig verbalisierter persönlicher Eindruck?

Die Autoren glauben nicht an die Unvermeidbarkeit der Personalfluktuations-abweichung einer isolierten Wirtschaftsbranche. Die Erfahrung zeigt: es bestehen wesentliche Fluktuationsunterschiede zwischen einzelnen Anspruchsgruppen, selbst bei überschaubarer geographischer Distanz. Betriebe weisen oft erhebliche Unterschiede auf. Stabile Crews stehen neben unruhigen Units. Aus der Arbeit Hand in Hand miteinander resultieren gegenseitiges Unverständnis und Spannungen im Arbeitsklima. Mitarbeiter, Fehlrekrutierungen, verlassen den Arbeitgeber noch vor Ablauf von ein bis zwei Jahren und nehmen ihre spezifischen Skills mit. Sie hinterlassen unvollendete Projekte, für deren Durchführung sie bei Eintritt einmal ausgewählt wurden.

Welchen Einfluss haben Opportunitäten dieser Genese auf das Betriebsergebnis? Wird es im MIS-Cockpit – so vorhanden – adäquat abgebildet? Oder befindet sich das Management im Blindflug ohne Instrumentennavigationshilfe?

Natürlich: wir gehen davon aus, dass in dem Verantwortungsbereich unserer Leserschaft ein zeitgemässes Personalmanagement durchgeführt wird, alle administrativen Daten korrekt erfasst und aufgearbeitet werden und dank eines modernen Managementsystems interpretierbar aufbereitet vorliegen. Sie kennen Ihre ökonomischen Eckwerte, können per Mausklick ihre Aufwände und die Entwicklung ihrer Performance in den vergangenen Monaten darstellen. Sie kennen anzunehmender Weise die Ertragsentwicklung der 10 häufigsten Produkte Ihres Unternehmens. Wie viel Aufmerksamkeit widmen Sie der Personalfluktuation?

Es gelte der Quotient:
Fluktuation =

Anzahl Mitarbeiter, die das Unternehmen im Monat X verlassen
____________________________

Anzahl Mitarbeiter im Monat X

 

Mit welchem Wert in CHF ist die resultierende Zahl hinterlegt? Werden über das HR-Budget und eventuelle Personalwerbeaufwände hinaus weitere Faktoren, die Opportunitäten, in empirischen Algorithmen erfasst und dem Aufwandverursacher korrekt zugeordnet? Ist somit der tatsächliche Fluktuationsaufwand am Gesamtaufwand erfasst? Oder wird von einer ‚minorité négligeable‘ ausgegangen? Dem gilt es auf den Grund zu gehen:
In einem informellen Gespräch mit Herrn Thomas Renner, Leiter HR der SwissLife im Mai 2012, wurde bedauernd erkannt, dass kein nützliches Tool zur Bestimmung objektiver Fluktuationskosten existiert. Als qualitätszertifiziertes, etabliertes Headhuntingunternehmen, durchaus mit brachenwissenschaftlichem Anspruch im Selbstbild, hat die Autoren dieses Manko beschäftigt. Es folgten Bestimmung und Quantifizierung von Mitarbeiter-Leistungszyklen, die Aufwandsermittlung für Erwerb, Erhalt und Ersatz von aufgabenspezifischer Fachkompetenz, eine Zusammenstellung anfallender Rekrutierungsaufwände in Vollkostenrechnung sowie die Eruierung aller relevanten ,Nebengeräusche‘.

Opportunitaetskosten

 

 

Ein einfach zu bedienendes Tool

Entstanden ist ein einfach zu bedienendes, in halbjähriger Entwicklungsarbeit entstandenes Tool, anhand dessen der User mit vier bis maximal zehn Eingaben einen konkreten Wert über Fluktuationsaufwände bei Personalfreisetzung und Einführung neuer Mitarbeiter erhält. Die hinterlegten Algorithmen objektivieren dabei die oben aufgelisteten, relevanten Aufwände.

Konzeption und Konstruktion basieren auf Fachliteraturrecherchen zu preexistenten Ansätzen und auf der Auswertung von Erfahrungswerten. Gängige Checklisten wurden integriert, mit empirischen Datentemplates zur Quantifizierung und Einordnung in der Relation zueinander gefüllt sowie in Berechnungsfunktionen transformiert. Eine besondere Herausforderung bildeten Qualifizierung und Quantifizierung von Opportunitäten, die häufig in diffizil zu konkretisierenden, nicht gemachten Einnahmen bzw. ausgebliebenen Aufwänden bestehen. Eine empirische Annäherung konnte in Einzelfällen durch die Metaanalyse von Expertenmeinungen erzielt werden.

Bereit zum Einsatz

Die Autoren stellen ein Tool zur Verfügung, das nach internen Testings einen Reifegrad erreicht hat, der das ‚going public‘ in der Version 1.0 nahelegt. Nun sind wir, die Entwickler, auf die Inputs der Leserschaft angewiesen: Bitte nutzen Sie das Tool, stellen Sie es anhand konkreter Fallbeispiele auf die Probe und vergleichen die Ergebnisse mit allfällig vorliegenden eigenen Erhebungen und … teilen Sie uns Ihre Beobachtungen mit!

Die Autoren treibt der Ehrgeiz an, ihr Werk zur Messung des schwer Quantifizierbaren mittels möglichst vielfältig abgestützter Fachinputs so weit zu perfektionieren, dass mit Version 2.0 ein, breit anerkanntes, objektives wie anwenderfreundliches, sinnvolles Tool zur Fluktuationskostenberechnung existieren wird.

Über Auswertung und Konsequenzen aus Ihren eingegangenen Inputs wird in einem Folgeartikel berichtet.

Warum das Ganze? Wie bei jedem Wert, den ein gutes MIS seinem Anwender zur Verfügung stellt, stellen Zahl und Erkenntnis nicht das Prozessende dar. Sie bilden vielmehr die quantitative Kenntnis des qualitativen Verbesserungspotenzials und somit den Anfang aller Aktivitäten.

Fatalistische Inaktivität beim Leistungserbringer führt zu schleichender Schwächung der Marktposition und mündet via überdurchschnittliche Aufwände zu Benchmarkingnachteilen. Einzelne Leistungserbringer, die diesem Fakt angemessen Rechnung tragen, verschaffen sich einen signifikanten Wettbewerbsvorteil. Bei Nutzung bestmöglicher professioneller Personalrekrutierung, Personalerhalt und -Entwicklung können und wollen spezialisierte Unternehmen mit eigener, in-House aufgebauter Fachkompetenz eine sinnvolle Rolle und Verantwortung mit ihrem Dienstleistungsangebot für interessierte Leistungserbringer übernehmen.

HUMANQUEST AG

Pierino Cattaneo, Dr. med Th. Martin Kwiatecki

Link zum Rechner → hier